Mit Guerilla-Marketing die Reichweite sprengen

von 20. Juli 2020 agencylife, goodtoknow

Als ich vor vielen, vielen Jahren das erste Mal den Begriff „Guerilla“ gehört hatte, hatte ich assoziativ an den Vietnam Krieg und die so genannten „Guerilla-Vietcong“-Bewegung gedacht. Da ich mich zufällig, während des Verfassens einer akademischen Arbeit, damit bis zur Wurzel auseinandergesetzt hatte, war dies selbstverständlich unvermeidlich. Dass Guerilla auch mit Marketing in Verbindung gebracht werden kann, war für mich damals komplett neu. Schnell habe ich jedoch erkannt, dass sich die Wortbedeutung des Begriffes Guerilla: ‚Kampf aus dem Untergrund bzw. Hinterhalt mit einem gewissen Überraschungseffekt‘ auf die uns bekannte Marketingstrategie ganz leicht und vor allem erfolgreich übertragen lässt.

Bei Guerilla-Marketing geht es um den unerwarteten Überraschungseffekt, welcher die Leute aus dem Alltagstrott herausreißt und sie direkt engaged. Je verrückter die Maßnahme, desto besser. Dabei darf jedoch die Assoziation mit der Marke nicht stiefmütterlich behandelt werden. Somit bildet die Marke den Dreh und Angelpunkt, woraus eine Idee entsteht und dann etwas ausgeflippt umgesetzt werden kann.

Guerilla-Marketing-Kampagnen sind für uns immer etwas ganz Besonderes und werden unter den ProjektmanagerInnen heiß gehandelt. Denn hier können wir endlich mal so richtig ausrasten und uns bis nach Absurdistan denken. So entstand auch unsere Umsetzung der Kommunikations-Kampagne von den Schönhauser Arcaden, rund um das Zebra: #bessergestreiftstattkleinkariert, in die Straßen von Berlin. Mit vermeintlich kleinen Mitteln eine große Aufmerksamkeit zu erzeugen, das war unsere Mission. Hungrige Zebras in der U-Bahn verteilen QR Code Kekse, welche die Besucher in die Arcaden leiten soll. Mission accomplished. Die Aktion boomte nicht nur im Center sondern auch den Social-Media-Kanälen. Berliner Passanten waren von den verkleideten Promotern in Zebra-Masken sehr angetan und taggten, was das Zeug hielt.

Der von uns erstellte Slogan: „Besser gestreift statt kleinkariert“, mit dem Hintergrund die Besonderheit und Einzigartigkeit der Arcaden zu zelebrieren, wurde durch diese Guerilla-Kampagne perfekt umgesetzt. Mit dem Trend: Weg von Digital und zurück zu Analog; zeigte sich, dass Menschen überrascht werden möchten, etwas anfassen- und bei etwas live mitwirken wollen, ohne dabei „belästigt“ zu werden und das auch gerne auf eine unkonventionelle Art und Weise. Denn so etwas will festgehalten und mit der Welt geteilt werden. Ergo, eine Win-Win-Situation für beide Parteien: Das Unternehmen erreicht eine unerwartete große Reichweite in kürzester Zeit und die Passanten erleben ein unvergessliches Erlebnis, welches sie ab diesen Zeitpunkt mit der Marke verbinden werden.